Intuitv Essen • Teil 1: Vertraue Deinem Körper!

Was ist also nun Intuitives Essen und warum kennen es denn so wenige?

Anfangs stellte sich mir diese Frage, weil ich das Buch von Elyse Resch & Evelyn Tribole: „Intuitiv Abnehmen“ bzw. im Englischen „Intuitive Eating“ (dies werde ich in meinem nächsten Artikel gesondert vorstellen) noch nicht gekauft und gelesen hatte. Allerdings half mir ‚Dr. Google‘ da weiter und gab mir zahlreiche Vorschläge zum Thema an.
Kurze Zusammenfassung: Intuitiv zu essen bedeutet, ein normales Essverhalten zu haben. Es bewirkt, dass man nur soviel isst, wie man auch benötigt und eben auch die Dinge isst, die einem in diesem Moment gut tun werden. Man schließt damit den Kreis zwischen Körper, Gefühl, Denken und Handeln.

Es gibt Leute, die dies aus sich selbst heraus und unbewusst bereits (seit ihrer Kindheit!) tun, die essen können, was sie wollen und wann sie wollen, sie beherrschen dies von klein auf. Ihr kennt das sicher: Eine schlanke Freundin, ein schlanker Bekannter oder Ähnliches, die scheinbar essen können, was sie wollen und nicht zunehmen und ihr fragt euch immer: Wo geht das Essen hin, haben die einen Trick?

Gut, die erste Theorie ist natürlich körperlich zu finden – neueste Erkenntnisse aus der Welt der Wissenschaft: Von Natur aus schlanke Menschen haben eine andere Zusammensetzung ihrer Darmflora. Menschen, die schnell zunehmen, wenn sie zuviel oder ungesund essen sind eben mit die Nahrung besser verwertenden Bakterienstämmen „bestraft“. Toll. Das klingt ziemlich ausweglos. Man hat allerdings auch herausgefunden, dass solchen zur Zunahme neigenden Menschen wohl ein breiteres Spektrum an verschiedenen Darmbakterienstämmen fehlt. Und genau da kann man ansetzen – über die gesamte tägliche Ernährung: mit Vielfalt!

Dass manche Leute also schlank bleiben und andere vom selben, zusammen eingenommenen Abendessen eher mollig werden können, liegt also wahrscheinlich größtenteils – aber eben nicht nur – an den Darmbakterienstämmen, die es zu gut mit dem einen oder anderen meinen. Sobald ein – ich nenne es mal liebevoll beim Namen – Molly-Mensch seine Ernährung umstellt, kann er auch Erfolg haben, was das Abnehmen betrifft. Die Darmbakterienstämme richten sich nach einiger Zeit – und wenn das ein Jahr ist – sogar darauf ein und werden dementsprechend vielfältiger.

So, was ist denn nun daran aber das Geheimnis, nachdem Du uns mit diesem ekeligen Thema gequält hast? ^^

Von Natur aus schlanke Menschen, die schwer oder gar nicht zunehmen – und das habe ich jeden in meinem Bekanntenkreis gefragt, der diese Kriterien erfüllte – haben ein besseres Körperbewusstsein und sind entspannt, was das Essen angeht. Sie wissen, wann sie satt sind und akzeptieren das in den meisten Fällen auch. Essen ist nicht oberste Priorität in deren Leben. Es ist zum Genuss da und zum Ernähren. Sie würden sich nicht einfallen lassen, eine Diät zu machen, die sie im Genuss einschränkt, gut.. das müssen sie ja auch nicht. Und ich finde: Wir auch nicht!
Meine Arbeitskollegin, selbst sehr schlank und dies auch schon immer gewesen, sagte einmal scherzhaft zu mir, als ich wieder eine neue Ernährungstechnik ausprobierte: „Du machst dich ja auch fertig mit deinem Futter immer!“ Und das stimmt! Ich habe sehr viel Zeit daran verschwendet, möglichst „gesund“ zu essen, weniger zu essen und mir Dinge zu verbieten. Das war genau der falsche Weg, wie ich jetzt weiß.

Warum kennen dieses Prinzip des entspannten Umgangs mit Essen nun aber so wenige Leute?
Naja, es ist wie mit dem Apfel an der Obst-Theke. Für den macht keiner so richtig „Werbung“ (es sei denn, er ist preislich reduziert – aber das meine ich nicht), wohingegen für andere eventuell sogar nicht so gesunde Sachen geworben wird mit Aufschriften wie: „mit Vitamin A, E usw.“ (manchmal künstlich zugesetzte Vitamine) oder „ohne künstliches Aroma“ etc. (meist dann natürliche Aromen, die teilweise aus Schimmelpilzen gewonnen werden). Warum unser armer kleiner Apfel keine Werbe-Fans hat kann man begründen mit: Es ist ja nun einmal allgemein anerkannt, dass der gesund ist. „Das weiß doch jeder, dass das gesund ist!“ Laaangweilig… gähn.

Und mit dem intuitiven Essen ist es ebenso: Man weiß doch, dass es besser ist, langsam zu essen, auf seine Sättigung zu hören, sich mehr zu bewegen und so fort. Aber wer macht das denn schon so richtig konsequent und warum auch, wenn die Brigitte-Diät uns verspricht, dass wir 10 Kilo in zwei Tagen abnehmen könnten. Uns wird eine Welt vorgegaukelt, in der man scheinbar Unmögliches möglich machen kann: Mit Pillen und Pulvern (wie die Hexen im Mittelalter!) wollen wir uns verschlanken, mit Salat und Wasser wollen wir unseren Magen füllen und erwarten dann, dass der Körper schön mitzieht. Hallo?! Wann hat der alte (hier Schimpfwort Deiner Wahl einfügen) denn mal was für uns getan? Bisher war er ja nur eins: Fett, hässlich, unbeweglich! …
Der Mensch wählt die für ihn bequemste Lösung. 10 Kilo in zwei Tagen? Ok! – Uns wird ja gesagt, dass es funktioniert, man müsse nur diszipliniert sein und durchhalten.

Es wird einem nicht erklärt, was man dadurch seinem Körper antut, welche Folgen das „Diät-Hungern“ hat. Erst wenn man sich darüber beliest, was diese Einschränkungen mit sich bringen, wenn es meistens schon zu spät ist und man den entspannten Umgang mit Nahrung neu erlernen muss, weil das Verhältnis zum Essen völlig in die Schieflage geraten ist – dann findet man so Sachen raus…
Ich fordere, dass statt der Ernährungs-Ampel (das sind die farblichen Kennzeichnungen auf Lebensmitteln, die anzeigen sollen, ob das Lebensmittel gesund ist oder nicht) eine Diäten-Ampel eingeführt wird! Immer und meistens mit der Farbe: „Rot! Mit Vorsicht zu genießen!“

Die Folgen einer zwanglosen Ernährungsumstellung durch intuitives Essen sind nicht erforscht. Jedenfalls habe ich dazu keinerlei wissenschaftliche Studien gefunden. Man kam bisher einfach noch nicht darauf, dass es vielleicht unser zwanghafter Umgang mit Essen im Namen der gesunden Ernährung ist, der Leute teilweise erst übergewichtig macht. Dass es vielleicht die Loslösung von unseren körperlichen Signalen ist, der Zwang, mit dem Denken die Ernährung zu steuern. Eventuell sogar die emotionalen Bewegungen unseres Innenlebens damit zu unterdrücken.

Für den Körper wird wenig Verständnis entgegengebracht: Der Darm – wer hat die Nase gerümpft, als ich das Thema vorhin angeschnitten habe? – und alle seine Vorgänge sind uns suspekt. Wir finden es eklig, wenn wir schwitzen. Wir hassen uns dafür, wenn wir in größerer oder kleinerer Runde Luft entweichen lassen müssen und man es lautstark vernimmt. Wie soll ein entspannter Umgang mit Nahrung zustande kommen, wenn man es nicht annimmt oder wenigstens akzeptiert, was der Körper damit anstellt?

Die gute Nachricht: Man kann das Verständnis für und auch das Vertrauen auf seinen Körper zurückerhalten und das relativ zügig, wie ich finde. Einige kleine Richtlinien sind dabei gerade anfangs von großer Bedeutung. Diese werde ich in den nächsten Beiträgen nach und nach ausführlich vorstellen.

Bis dahin: Seid ermutigt, geduldig gegenüber Eurem Körper zu sein! Er kann Euch am allerbesten helfen, egal um was es geht.

Bis bald!
Eure Jenny

Links:

– “Intuitive Eating” (im Deutschen: “Intuitiv Abnehmen”) von Elyse Resch & Evelyn Tribole, WebSite: https://www.intuitiveeating.com/

– „Darm mit Charme“ von Giulia Enders, WebSite: http://www.darm-mit-charme.de/

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